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Aus der Tierklinik am Stadtwald Frankfurt, Leitender Tierarzt Dr. med. vet. Roger Bührer
Frankfurter Tierchirurg setzte einem Golden Retriever
drei künstliche Gelenke ein
Bericht aus "Frankfurt Neue Presse"
Paul
ist eine medizinische Sensation. Der sechsjährige Golden Retriever
ist der erste Hund auf der Welt, in dessen Körper drei künstliche
Gelenke eingesetzt wurden.
Frankfurt. Endlich tollt Paul (6) wieder herum, geht mit seinem Frauchen
lange spazieren. Und das ganz ohne Schmerzen. Vor ein paar Wochen noch
konnte der Golden Retriever nur humpeln. Arthrose in den Gelenken machte
ihm jede Bewegung zur Qual.
Seine Halter, ein kinderloses Paar aus der Nähe von Aschaffenburg,
konnten das Elend kaum noch mit ansehen – und fanden schließlich
in der Frankfurter Tierklinik am Stadtwald Hilfe für ihren geliebten
Hund. Dort arbeitet der Klinikleiter Dr. Volker Hach schon länger
mit Gelenkprothesen für Hunde. Denn Arthrose ist vor allem bei größeren
Rassen eine häufig auftretende Krankheit.
Als im Mai 2008 kein Medikament mehr Pauls Schmerzen lindern konnte,
setzte ihm Hach auf der rechten Seite ein neues Hüftgelenk ein. Das
Tier verkraftete die einstündige Operation gut, schnell ging es ihm
besser. Doch die genetisch vorbestimmte Gelenkkrankheit ließ den
Hund nicht lang in Ruhe. Im Frühsommer diesen Jahres musste die linke
Hüfte ausgetauscht werden. Und im September nun auch noch das Kniegelenk
im linken Hinterlauf. Insgesamt 8000 Euro Behandlungskosten brachten die
Halter für die Operationen ihres vierbeinigen Lieblings auf.
«Paul geht es gut», sagte gestern Volker Hach. Der Hund könne
sogar Männchen machen. Für die Fachwelt eine Sensation. «Knieprothesen
für den Hund gibt es anders als Hüftprothesen noch nicht lange.
Weltweit haben nur etwa 30 Hunde eine Knieprothese», erklärt
Hach, warum Pauls Behandlung in Fachkreisen so gefeiert wird. Er habe
dem Hund Gelenkimplantate einer neuen Generation eingesetzt, die er selbst
entwickelt hat. Sie kommen ohne Zement aus und verwachsen mit dem Knochen.
Das erhöhe die Haltbarkeit und senke die Gefahr von Infektionen.
Ganz ausgestanden ist Pauls Krankheit allerdings noch nicht. Man müsse
noch abwarten, aber möglicherweise brauche Paul noch ein weiteres
Kniegelenk, sagt sein Arzt.
©
2009 Frankfurt Neue Presse
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